Die drei Frauen Sirleaf, Gbowee und Karman nahmen den diesjährige Friedensnobelpreis unter Beifall im norwegischen Oslo entgegen.
Der schwedische Poet Tomas Transtromer erhält den Literaturnobelpreis von König Carl Gustaf XVI überreicht
Oslo. Der schwedische König Carl XVI. Gustaf hat am Samstag in Stockholm die diesjährigen Nobelpreise für Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Ökonomie überreicht. Zuvor wurden in Oslo drei Frauen für ihren Kampf gegen Diktatur, Ungerechtigkeit und sexuelle Gewalt mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die liberianische Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf, die liberianische Bürgerrechtlerin Leymah Gbowee und die jemenitische Journalistin Tawakkul Karman nahmen während der Zeremonie ihre Urkunden und Medaillen entgegen.
Die Preisträgerinnen nahmen ihre Urkunden und Medaillen unter Beifall bei einer Zeremonie im Rathaus der norwegischen Hauptstadt entgegen. Der Vorsitzende des Nobelpreiskomitees, Thorbjörn Jagland, sagte, die drei Frauen stünden für den Kampf für "Menschenrechte im Allgemeinen und von Frauen für Gleichberechtigung und Frieden im Besonderen“. Johnson-Sirleaf und Gbowee wurden für ihr Engagement zur Beendigung des Bürgerkrieges in Liberia geehrt. In dem Konflikt wurden auch Vergewaltigungen als systematische "Waffe“ gegen Frauen eingesetzt. Karman ist eine der treibenden Kräfte bei dem vor allem von jungen Leuten getragenen Volksaufstand im Jemen gegen die brutale Diktatur unter dem scheidendenden Präsidenten Ali Abdullah Salih.
Karman, die jüngste aller Friedensnobelpreisträger seit der ersten Vergabe 1901, sagte in Oslo: "Während ich hier spreche, verlangen junge Araber, Frauen wie Männer, bei friedlichen Demonstrationen Freiheit und Würde von den Regierenden.“ Der Friedensnobelpreis an sie sei die "Anerkennung der ganzen Welt für den Triumph der friedlichen Revolution im Jemen“. Johnson-Sirleaf sagte zur Vergabe des Friedensnobelpreises an zwei Afrikanerinnen und eine Araberin, dies zeige die "Universalität unseres Kampfes“. Sie meinte weiter: "Wenn ich hier zu Frauen und Mädchen überall sprechen darf, dann möchte ich eine simple Einladung aussprechen: Meine Schwestern, meine Töchter, meine Freundinnen, findet eure Stimme!“
Gbowee hatte als Streetworkerin Frauen gegen den Bürgerkrieg in Liberia mobilisiert und ist jetzt beim Aufbau einer friedlichen Zivilgesellschaft aktiv. Nobelkomitee-Chef Thorbjörn Jagland sagte zu den drei Preisträgerinnen in seiner Laudatio: "Sie repräsentieren eine der wichtigsten Triebkräfte für Veränderung in der heutigen Welt, wenn es um den Kampf für Menschenrechte im Allgemeinen und für die Gleichberechtigung von Frauen sowie für Frieden im Besonderen geht.“Die drei Frauen teilen sich die Dotierung von umgerechnet 1,1 Millionen Euro (zehn Millionen schwedische Kronen). Im vergangenen Jahr ging der Friedensnobelpreis an den damals wie heute inhaftierten chinesischen Oppositionellen Liu Xiaobo.
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Friedensnobelpreis verliehen: Einsatz für Frauenrechte gewürdigt - Hamburger Abendblatt
Montag, 12. Dezember 20110 Kommentare
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