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Was läuft falsch an den Fussgängerstreifen? - Aargauer Zeitung

Dienstag, 13. Dezember 20110 Kommentare

 Sind die Autofahrer schuld? Passen die Fussgänger zu wenig auf? Ist es bloss Zufall? Im Kanton Aargau verging diesen Monat noch kaum ein Tag ohne Unfall an einem Fussgängerstreifen. Die Ursachen dafür sind vielfältig.

Am 2. Dezember wurde eine 18-jährige Frau in Strengelbach auf einem Fussgängerstreifen angefahren. Tags darauf passierten drei ähnliche Unfälle in Sarmenstorf, Bad Zurzach und Frick. Am 5. Dezember wurde ein 44-jähriger Mann in Lenzburg auf einem Fussgängerstreifen angefahren und verletzt, am 6. Dezember ein 18-Jähriger in Rekingen. Tags darauf chlöpfte es erneut gleich dreimal an Fussgängerstreifen: In Aarau war das Opfer eine 38-jährige Frau, in Murgenthal eine 18-jährige Frau und in Wettingen eine 21-Jährige.
Neun Unfälle mit zehn Verletzten
Neun Unfälle mit zehn Verletzten in sieben Tagen – was sagt die Kantonspolizei zu dieser beängstigenden Häufung? «Wir nehmen das Thema ernst, sehen aber bisher noch keinen Grund für besondere Massnahmen», sagt Mediensprecher Bernhard Graser. Es sei leider eine Tatsache, dass bei entsprechender Witterung in dieser Jahreszeit die Wahrscheinlichkeit solcher Unfälle massiv ansteige: «Nebel, Regen und Sturm machen die Strassen gefährlich, besonders in der Dämmerung.
Leider fehlt uns das Personal, um bei diesen Bedingungen an jedem Fussgängerstreifen einen Polizisten zu platzieren, der auf das richtige Verhalten der Verkehrsteilnehmer achtet», erklärt Graser und appelliert an die Eigenverantwortung. «Wir haben schon mehrmals betont, dass bei schwierigen Sichtverhältnissen Autofahrer und Fussgänger gleichermassen gefordert sind.» Für die Lenker bedeute das höhere Konzentration und weniger Tempo, für die Fussgänger doppelte Aufmerksamkeit: «Bei solchem Wetter sollten Fussgänger einen Fussgängerstreifen erst dann betreten, wenn sie ganz sicher sind, dass sie der Automobilist gesehen hat.»
Die meisten Unfälle in der Dämmerung
Tatsächlich passierten acht der geschilderten neun Unfälle in der Morgen- oder Abenddämmerung. Nur einer geschah über Mittag: Die 66-jährige Frau, welche am 2. Dezember in Sarmenstorf direkt vor der Schulanlage ein neunjähriges Mädchen angefahren und danach Fahrerflucht begangen hat, war offenbar stark alkoholisiert.
Das Wetter allein kann es allerdings wohl kaum sein. Im Kanton Aargau ereigneten sich in den vergangenen 12 Monaten auch bei Sonnenschein und guter Sicht Unfälle an Fussgängerstreifen. Von der Kantonspolizei liegen 34 Meldungen vor. Die Dunkelziffer – Unfälle ohne oder mit nur geringfügigen Verletzungen, die nicht der Polizei gemeldet wurden – dürfte um einiges höher sein. Bei den polizeilich registrierten Unfällen zwischen Dezember 2010 und Dezember 2011 sind im Aargau zwei Personen getötet worden; ein 17-jähriger Mann in Dottikon und eine 77-jährige Frau in Muri. Weitere 35 Personen wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Mit acht Unfällen am wenigsten betroffen war die Altersgruppe der 21- bis 50-Jährigen. Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 20 Jahren wurden in diesen 12 Monaten 14-mal Opfer von Unfällen an Fussgängerstreifen, über 50-jährige Personen 8-mal und Kinder unter 10 Jahren 7-mal.
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