Zuppiger entschuldigt sich - SF Tagesschau
Dienstag, 13. Dezember 20110 Kommentare
Weil er in seinem Betrieb wegen der Politik viel abwesend sei, müsse er seinen Mitarbeitern vertrauen, sagte Zuppiger in verschiedenen Interviews. «Ich trage allerdings die Verantwortung für das Unternehmen.»
Verantwortung übernehmen
Er sei davon ausgegangen, dass die umstrittene Erbschaft längst abgeschlossen gewesen sei, sagte Zuppiger. 2009 habe ihn die Gegenpartei darauf aufmerksam gemacht, dass das nicht so sei. Weil der mit der Sache betraute Mitarbeiter zu diesem Zeitpunkt bereits pensioniert gewesen sei, habe er die Unterlagen aufgearbeitet und eine gegenseitige Vereinbarung mit der Gegenpartei getroffen.
Auf die Frage, ob er gewusst habe, dass ein Erbteil auf eines seiner Konten ausbezahlt worden sei, sagte Zuppiger, er wolle nicht auf Details eingehen, da er sich an die Schweigeverpflichtung gebunden fühle. Er habe gewusst, dass ein Erbteil auf ein separates Konto überwiesen worden sei, sagte der Zürcher SVP-Nationalrat.
Dass er die Überweisung von 100'000 Franken selbst unterzeichnet habe, sei richtig, hielt Zuppiger fest. Der Mitarbeiter habe ihm das Dokument zur Unterschrift vorgelegt. «Da habe ich Verantwortung zu übernehmen,» sagte Zuppiger. Bereichern wollen habe er sich aber nicht. Die Angelegenheit sei vor einem Jahr gütlich abgeschlossen worden.
Zuppiger bekräftigte im Interview, dass die «Weltwoche», die den Fall am Mittwoch publik gemacht hatte, nicht aus Kreisen der SVP informiert worden sei. Doch: «Wer immer das gemacht hat, will mich als Bundesrat verhindern.» Die Information müsse von jemand Involviertem gekommen sein, der über die Akten zum Fall verfüge.
Gewerbeverband: «Guter Präsident»
Offen liess Zuppiger, ob er nun seinerseits rechtliche Schritte einleiten wird. «Ich muss das mit meinem Anwalt und mit meiner Partei besprechen», sagte er.
Zum Schweizerischen Gewerbeverband, dessen Präsident er ist, hatte Zuppiger nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe noch keinen Kontakt, wie Vizepräsident Dino Venezia sagte. Nach seiner Ansicht sei es Sache von Zuppiger, mitzuteilen, ob er im Amt bleiben oder dieses aufgeben wolle.
«Er war und ist ein sehr guter Präsident für uns», sagte Venezia. Gespräche würden stattfinden, aber der Zeitpunkt dafür sei noch nicht reif. Es gelte, zu warten, bis sich die Dinge klärten. Zuppiger ist seit 2010 Präsident des Gewerbeverbandes. Er selbst war am Freitag nicht erreichbar.
In der Zuppiger vorgeworfenen Affäre geht es laut der «Weltwoche» um Unregelmässigkeiten bei einer Erbschaft, die Zuppigers Firma vollstrecken sollte. Eine verstorbene Angestellte von Zuppigers Unternehmen wollte demnach zwei gemeinnützigen Organisationen 265'000 Franken vermachen.
Laut dem Zeitungsbericht soll Zuppiger die Auszahlung verzögert, ein überrissenes Honorar verlangt und einen Teil des Nachlasses auf ein eigenes Konto ausbezahlt haben. Nachdem die beiden Organisationen interveniert und mit Klagen gedroht hatten, bezahlte Zuppiger den vollen Betrag mit Zinsen an die Organisationen zurück.
(sda/horm)
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