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Durban-Gipfel beschließt neuen Klimavertrag - Spiegel Online

Sonntag, 11. Dezember 20110 Kommentare

Aus Durban berichtet Markus Becker


WWF-Aktion in Durban: Wie soll die Welt von morgen aussehen?
Der Klimagipfel von Durban ist mit einem Kompromiss zu Ende gegangen: Das Kyoto-Abkommen ist gerettet, ab 2020 soll ein Nachfolge-Vertrag auch die Schwellenl?nder einbinden. Doch die EU?konnte ihre Forderungen nicht gegen den Widerstand Chinas und Indiens durchsetzen.


Durban - Der l?ngste Klimagipfel der Geschichte ist zu Ende. Am fr?hen Sonntagmorgen haben sich die Delegierten im s?dafrikanischen Durban auf einen Kompromiss geeinigt - eineinhalb Tage sp?ter als geplant. Das wichtigste Ergebnis: Der 1997 geschlossene Kyoto-Klimaschutzvertrag, dessen erste Phase 2012 endet, wird fortgef?hrt. Auch der Gr?ne Klimafonds (GCF), durch den Hilfsgelder an Entwicklungsl?nder flie?en sollen, wurde beschlossen.
Die s?dafrikanische Au?enministerin Maite Nkoana-Mashabane nannte das Ergebnis einen "historischen Meilenstein" im Kampf gegen die Klimaerw?rmung. "Wir haben einen gewaltigen Schritt vorw?rts gemacht", sagte die Pr?sidentin der Konferenz. EU-Klimachefin Christiana Figueres sprach ebenfalls von einer "historischen Konferenz". EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard sieht in dem Abschluss einen bedeutenden Schritt nach vorn. Die Strategie der EU, auf einen konkreten Fahrplan f?r ein neues Klimaabkommen zu pochen, habe funktioniert. Der polnische Umweltminister Marcin Korolec versicherte, dass es eine wichtige Aufgabe bleiben werde, die L?cke zwischen den bestehenden Zusagen zur Reduzierung des Treibhausgasaussto?es und den erforderlichen Emissionsminderungen zur Erreichung des sogenannten Zwei-Grad-Ziels zu schlie?en.
Vertreter der Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigten sich dagegen entt?uscht. "Der unter Druck von Indien und den USA abgeschw?chte Kompromiss wird nicht zu einem international verbindlichen Klimaschutzvertrag f?hren, sondern zu einem nur lose bindenden Abkommen", sagte Greenpeace-Klimaexperte Martin Kaiser. Die Konferenz habe "in letzter Minute ein Schlupfloch f?r die USA und fossile Industriekonzerne unter Mithilfe von Indien geschaffen". Nun drohe erneut ein langwieriger Verhandlungsprozess. Oxfam-Klimaexperte Jan Kowalzig nannte den Beschluss "ein wichtiges Fundament" f?r die weltweite Klimaschutzarchitektur. Es gebe allerdings noch Unklarheiten, beispielsweise wann das k?nftige Abkommen in Kraft treten solle.
Das Kyoto-Protokoll hat bisher lediglich Industriel?nder zu festen Zielen bei der Senkung ihrer Treibhausgas-Emissionen verpflichtet. In den vergangenen Tagen hatte die Europ?ische Union immer wieder gefordert, dass k?nftig auch die gro?en Schwellenl?nder - allen voran China - rechtlich bindende Klimaschutzziele akzeptieren m?ssten und ein solches Abkommen sp?testens 2018 in Kraft treten m?sste.
Sollte der Durban-Gipfel diese Ziele nicht erf?llen, werde man die Konferenz notfalls ohne Einigung zu Ende gehen lassen, hatte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard gedroht. Auch Bundesumweltminister Norbert R?ttgen (CDU) stellte klar, man werde "keine faulen Kompromisse" eingehen.
Doch der Entwurf, der den Delegierten im Abschlussplenum zur Abstimmung vorgelegt wurde, konnte die hohen Anspr?che nicht erf?llen. Er lie? offen, welche Art von Abkommen dem Kyoto-Protokoll folgen soll: ein neues Protokoll, ein "Rechtsinstrument" oder ein "rechtliches Ergebnis". Was nach juristischen Feinheiten klingt, hat in der Realit?t enorme Auswirkungen: W?hrend die ersten beiden Varianten internationale Rechtssicherheit und einheitliche Standards bedeuten w?rden - so zumindest die Hoffnung der EU -, w?re das "rechtliche Ergebnis" ein nichtssagendes Konstrukt ohne verbindliche Kraft. Doch nur wenn alle Staaten den gleichen Verpflichtungen und Regeln folgen m?ssten, so die Argumentation der EU, habe der Klimaschutz eine Chance.
Komplizierte Kompromissformel
Nach Marathon-Verhandlungen einigten sich die Delegierten schlie?lich auf eine Kompromissformel: Die Formel "rechtliches Ergebnis" wurde in "eine f?r alle g?ltige Regelung mit Rechtskraft" abge?ndert. Eine Kommission soll ab dem kommenden Jahr die Details erarbeiten und 2015 fertig sein. Allerdings soll das neue Klimaschutz-Abkommen erst 2020 in Kraft treten.
In der Zwischenzeit soll eine zweite Verpflichtungsphase des Kyoto-Protokolls gelten. Offen blieb allerdings, ob diese bis 2017 oder 2020 dauern soll. Das soll erst auf der n?chsten Klimakonferenz 2012 beschlossen werden. Zudem werden Kanada, Japan, Russland und Neuseeland bei der neuen Verpflichtungsperiode nicht mehr dabei sein. Deshalb blieben nur noch die EU und einige weitere L?nder wie die Schweiz, Norwegen und Australien ?brig. Sie verursachen aber nur rund 15 Prozent des weltweiten CO2-Aussto?es.
Die Treibhausgas-Emissionen der gro?en Schwellenl?nder steigen indes rasant. China ist inzwischen nicht nur der gr??te CO2-Emittent der Welt, auch der durchschnittliche Pro-Kopf-Aussto? ist in dem Land bei 6,8 Tonnen Kohlendioxid angelangt - das ist mehr als Frankreich, Deutschland liegt bei etwa neun Tonnen. Im Jahr 2020 aber d?rfte China in Sachen Pro-Kopf-Aussto? in der Liga der Industriestaaten mitspielen, insgesamt d?rften seine Emissionen dann mit gro?em Abstand Weltspitze sein.
Emotionale Reden
Dennoch wehrten sich Indien und China heftig dagegen, ein rechtlich verbindliches Klimaschutz-Abkommen nach den Vorstellungen der EU zu akzeptieren. "Wir waren flexibler als praktisch jede andere Partei in diesen Verhandlungen", sagte Indiens Umweltministerin Jayanthi Natarajan in einer emotionalen, teils w?tende Rede. Das Herzst?ck der Debatte sei die Gerechtigkeit der Lastenverteilung im Klimaschutz. Indien sei in Durban gedroht worden, dass das Land f?r einen Kollaps des Gipfels verantwortlich gemacht werden w?rde, sollte es ein rechtsverbindliches Klimaabkommen ablehnen, sagte Natarajan. "Indien wird sich niemals von Drohungen einsch?chtern lassen", so die Ministerin. "Es ist falsch, die Last auf die L?nder zu verlagern, die nicht zum Klimawandel beigetragen haben."
Nicht weniger emotional geriet der anschlie?ende Auftritt des chinesischen Unterh?ndlers Xie Zhenhua. Alle der drei vorgeschlagenen Formen eines k?nftigen Abkommens seien rechtsverbindlich, sagte Xie. "Wir sind Entwicklungsl?nder, wir m?ssen unsere Wirtschaft entwickeln." Dennoch ergreife China Klimaschutzma?nahmen. "Wir tun etwas", sagte Xie an die Industriestaaten gerichtet. "Jetzt wollen wir sehen, was sie tun."
Sieg f?r die Schwellenl?nder
Am Ende konnten sich die Schwellenl?nder weitgehend durchsetzen: Ein neues Klimaschutzabkommen wird es erst 2020 geben, und inwiefern es international rechtlich bindend sein wird, wird sich erst zeigen m?ssen.
Zudem wurde die Rolle der Klimaforschung gegen?ber fr?heren Entw?rfen verw?ssert. Die Entscheidung, ob Klimaschutzziele erh?ht werden, sollen nun nicht mehr auf den Berichten des Uno-Klimarats IPCC "basieren", wie es zuvor hie?. Stattdessen solle dieser Prozess nur noch von der Forschung "informiert" werden.
Auch die Erwartungen der Entwicklungsl?nder an den Gr?nen Klimafonds wurden kaum erf?llt. Ein gro?er Teil der 100 Milliarden Dollar pro Jahr, welche die Industriestaaten den Entwicklungsl?ndern ab 2020 zur Verf?gung stellen wollen, soll durch den Fonds flie?en. Woher genau dies Geld aber kommen soll, blieb in Durban weitgehend offen.
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Der Gehalt an CO2 ist seit Beginn der Messung von etwa 280 ppm auf 400 ppm angestiegen. Bis heute ist ein klarer Zusammenhang zwischen dieser geringen Konzentationserh?hung und dem Temperaturanstieg nicht bewiesen! mehr...
So ziemlich jeder Satz in deinem Beitrag ist falsch. 1. "Die Wissenschaft" gibt es gar nicht 2. Nur wenige Wissenschaftler sind von der ganze CO2 Warming Nummer ?berzeugt, im Gegenteil. 3. "Katastrophale [...] mehr...
Man k?nnte auch damit Auto fahren RECYCLINGPORTAL - Benzin aus Wasser, CO2 und Sonnenlicht (http://www.recyclingportal.eu/artikel/25833.shtml) mehr...
Wir k?nnen es in allen Bereichen erleben, die Politik ist unf?hig die gesellschaftlichen Aufgaben der Menschen zu l?sen. Die Interessen einzelner gehen vor denen der Gesellschaft, ob sich das mal endern wird, ich glaube [...] mehr...
Ich bin nicht von der ?lindustrie bezahlt!!! Habe aber Mathematik, Physik und Kybernetik studiert. Daher weiss ich, dass die Prozesse im Universum um mindestens 10 hoch 6 mal gr?sser sind, was Raum, Zeit und [...] mehr...
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